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Hügelbeet anlegen - wie geht das?

Ein Hügelbeet bietet, genauso wie ein → Hochbeet, die Möglichkeit, Gartenabfälle zu verstecken, denn im Grunde sind beide verkleidete Komposthaufen. Außerdem vergrößert ein Hügelbeet durch die Wölbung ein wenig die Anbaufläche. Das Bild des Hügelbeetes aus der alten Weihenstephaner Kleingartenanlage zeigt, wie gut Gemüse auf einem Hügelbeet wächst - dank der entstehenden Wärme und der Freisetzung von Nährstoffen während des Kompostierungsvorgangs - und wie attraktiv ein bepflanztes Hügelbeet aussehen kann.

Ein Hügelbeet im Garten sollte etwa 1,50 m breit sein. Bei breiteren Beeten wird es schwierig, die Pflanzen in der Mitte zu pflegen (beispielsweise wenn man dort Tomaten anpflanzt und diese ausgeizen will). Aber je nachdem, was man anbaut und wie weit die Arme des jeweiligen gärtnernden Menschen reichen, kann man das Beet auch bis zu 1,80 m breit anlegen.

Das Hügelbeet sollte mehrere Meter lang sein - Ernst Niller empfiehlt in seinem Buch → Der grosse und der kleine Gemüsegarten* eine Länge von mindestens 4 m.

Hügelbeet mit Gemüse-Mischbepflanzung Hügelbeet mit Gemüse-Mischbepflanzung.

Für eine gute Lichtausbeute wird das Hügelbeet – wie auch Kleingewächshäuser – von Nord nach Süd ausgerichtet.

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Hügelbeet anlegen - so geht das!

(angelehnt an die Hochbeet-Empfehlungen von Ernst Niller, ehemaliger Betriebsleiter, und → Thomas Jaksch, sein Nachfolger als Betriebsleiter/technischer Leiter des Kleingartens und Dozent an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf)

  1. Zuerst wird möglichst zentimetergenau festgelegt und abgesteckt, wo das Hügelbeet hinkommen soll.
  2. Falls sich dort, wo das Hügelbeet hinkommen soll, Rasen befindet, werden zuerst die Rasensoden flach abgehoben und zur Seite gelegt.
  3. Dann wird die oberste Erdschicht ("Humusschicht") bis zu einer Tiefe von etwa 25 cm ausgehoben und auf einen eigenen Haufen neben dem zukünftigen Hügelbeet abgelegt.
  4. Nun wird das ausgehobene Beet mit Maschendraht gegen Wühlmäuse ausgekleidet.
  5. Danach beginnt das Einschichten: Als erstes werden Gehölzschnitt-Abfälle etwa 30 bis 40 cm hoch eingefüllt. Man kann 50 g Hornspäne/m2 oder 100 g Kalkstickstoff /m2 darüber streuen – das fördert die Zersetzung, ist aber nicht unbedingt erforderlich.
  6. Als nächstes werden die Rasensoden etwas zerkleinert und – je nachdem, was man da hat - mit Laub, Stroh, Staudenabfällen, Mähgut u. ä. vermischt und dann als etwa 30 cm hohe Schicht darüber gegeben. Vor allem Mähgut muss gut mit anderen Materialien gemischt werden. Anschließend überbrausen.
  7. Nun folgen ca. 20 bis 30 cm halb reifer → Gartenkompost.
  8. Als letztes wird die Erde (“Humusschicht”), die man zur Seite gelegt hatte, über das Hügelbeet gegeben – die Schicht sollte etwa 20 bis 25 cm hoch sein.

Aufbau eines Hügelbeetes

Aufbau eines Hügelbeetes Aufbau eines Hügelbeetes (Querschnitt)

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Die Wärme, die bei der Zersetzung im Inneren entsteht, fördert das Pflanzenwachstum. Beim Hügelbeet besteht jedoch die Gefahr, dass es im Vergleich zum Hochbeet schneller austrocknet – vor allem am Anfang, bevor es sich gesetzt hat. Man kann oben eine Regenmulde ausformen, so dass das Regenwasser nicht so leicht abfliesst. In diese Mulde kann man im Sommer auch den Tropfschlauch einer Tropfbewässerung legen.

In den ersten beiden Jahren ist es besser, das Hügelbeet zu bepflanzen, nicht zu besäen, weil Samen heruntergespült werden könnten.

Später, wenn sich das Hügelbeet gesetzt hat, kann man auch direkt ins Beet säen. Vor der nächsten Kultur wird das Hügelbeet immer nur oberflächlich bearbeitet. Nach 5 bis 6 Jahren kann man das gesamte Hügelbeet umgraben und diesen reifen → Kompost im Garten verteilen.

Bepflanzte Hügelbeete kann man sich beispielsweise in der neuen Kleingartenanlage in Weihenstephan anschauen. Die → Weihenstephaner Gärten sind unbedingt einen Besuch wert.

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