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Hochbeet bauen

Hochbeete sind in - für den Garten, beim Urban Gardening und sogar auf dem Balkon. Man kann sie selbst aus verschiedenen Materialien bauen oder im Handel als Fertigprodukt kaufen.


Hochbeet bauen - wie geht das?

Die Vorteile eines Hochbeetes: Man kann Gartenabfälle beim Bau des Hochbeetes im Inneren des Hochbeets verstauen (ähnlich wie bei einem Hügelbeet) und man muss sich später beim Gärtnern im Hochbeet nicht so tief bücken wie beim Gärtnern im Bodenbeet. Im Inneren des Hochbeets "verkompostieren" die Gartenabfälle, d. h. sie werden durch Bodenlebewesen zersetzt. Bei dieser Zersetzung werden Wärme und Nährstoffe frei - beste Voraussetzungen für gutes Pflanzenwachstum.

Weil man sich mit Hochbeeten und Tischbeeten unabhängig vom gewachsenen Boden machen kann und kleine Hochbeete außerdem mobiler sind, spielen Hochbeete auch beim “Urban Gardening” eine wichtige Rolle.

Hochbeet bauen - Hochbeet aus Holz, fotografiert in Weihenstephan

Wie attraktiv ein Hochbeet sein kann, zeigen die Bilder von Hochbeeten aus Holz, die in der alten und neuen Weihenstephaner Kleinanlage gemacht wurden.
Die folgende Bauanleitung orientiert sich an den Hochbeet-Empfehlungen von Ernst Niller, ehemaliger Betriebsleiter, und Thomas Jaksch, jetziger Betriebsleiter/technischer Leiter des Kleingartens und Dozent an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

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Hochbeet bauen - so geht es Schritt für Schritt

  1. Zunächst die Maße des Hochbeetes auf die Fläche, auf die es gebaut werden soll, übertragen (beispielsweise Schnüre spannen). Dabei auf rechte Winkel achten.
  2. Als nächstes den Boden auf der geplanten Fläche abtragen, ca. 25  - 30 cm tief.
  3. Dann die Beetumrandung des Hochbeets bauen (als erstes die Eckpfosten/Eckelemente und Seitenstützen setzen - Holz am besten in einen Metallschuh stecken, der einbetoniert wird -, danach die Wandverkleidung anbringen). Sehr attraktiv sind Verkleidungen mit halben Rundhölzern. Doch auch andere Hochbeet-Konstruktionen aus Holz, Stein, Kunststoff etc. sind möglich. Wer für sein Hochbeet Holz wählt, sollte bei der Auswahl großen Wert auf die Holzqualität legen, denn dadurch kann möglicherweise auf Imprägnierungsmittel verzichtet werden (Beratung im Holzfachhandel).
  4. Den Boden innerhalb des Hochbeetes zunächst grob lockern - beispielsweise mit einer Grabgabel - und danach den gesamten Innenraum mit einem feinen Maschendraht gegen Wühlmäuse auskleiden.


Hochbeet aus Holz - Konstruktion mit Vierkant-Eckpfosten und Verkleidung aus halben Rundhölzern - Detailbild Hochbeet aus Holz - Konstruktion mit Vierkant-Eckpfosten und Verkleidung aus halben Rundhölzern - Detailbild

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  1. Die Seitenwände des Hochbeetes innen anschließend mit Kunststofffolie auskleiden, um das Holz zu schützen, die Verdunstung einzuschränken und damit die Austrocknung zu reduzieren. Man sollte aber nicht den Boden mit Plastik verschließen.
  2. Die folgenden Schichten der Hochbeet-Füllung sind jeweils ca. 25 - 30 cm dick: Die unterste Schicht sollte aus grobem Gehölzschnitt bestehen, den man am besten durch Festtreten verfestigt. Man kann durch Zugabe von Hornspänen (50 g Hornspäne/m2 oder Kalkstickstoff (100 - 120 g/m2) die Zersetzung ankurbeln. Wer aber in der nächsten Schicht viel Grüngut hat, braucht das in der Regel nicht.
  3. Die nächste Schicht darf Staudenrückschnitt, Grassoden und feineren Gehölzschnitt/Gestrüpp enthalten.
  4. Darauf folgt eine Schicht mit halbfertigem Gartenkompost oder - nur falls man keinen hat - halbverrottetem Stallmist.
  5. Als oberste Schicht bringt man eine Humusschicht auf, beispielsweise die oberste Bodenschicht, die man zu Anfang abgetragen hat. Die Schicht sollte mindestens 25 cm dick sein. Tipp: Wenn der vorhandene Boden belastet ist (durch "Versalzung", Pflanzenschutzmittel oder andere Altlasten) oder aus anderen Gründen nicht für den Gemüseanbau geeignet ist, kann man als oberste Humusschicht statt des alten Bodens gekaufte Pflanzerde, beispielsweise torffreie oder torfreduzierte Bioerde, verwenden.
  6. Nun kann gepflanzt werden. Besonders attraktiv und sehr ertragreich auf Hochbeeten sind Mischpflanzungen von Gemüsen, Kräutern und Blumen.

Hochbeet mit Maschendraht gegen Wühlmäuse schützen Der Maschendraht schützt die Pflanzenwurzeln im Hochbeet vor Wühlmäusen.

Hochbeet mit Folie auskleiden - nur die Seiten, unten offen lassen! Die Innenseiten des Hochbeets mit Folie auskleiden, dann als unterste Schicht grobes Material, beispielsweise Gehölzschnitt, einfüllen und festtreten.


Buchtipp zur Mischbepflanzung: Mischkultur (Abbildung verlinkt mit Amazon.de).

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Hochbeete und Tischbeete fertig kaufen

Hochbeete sind im Trend und darauf haben sich inzwischen auch die Gartencenter und der sonstige Gartenfachhandel/-versandhandel eingestellt. So gibt es fertige Hochbeet-Bausätze aus Metall, Holz oder Kunststoff mit und ohne verstellbarem/abnehmbaren Frühbeetaufsatz zu kaufen. Die Hochbeete werden direkt auf den Boden gestellt bzw. werden so wie oben beschrieben in den Boden "eingelassen" und dann Gartenabfälle, Kompost und die ausgehobene Erde aufgeschichtet.

Doch gibt es auch Konstruktionen mit Tischbeinen, an die man sich mit einem Stuhl oder Rollstuhl setzen kann, so dass auch Rückengeplagte oder Rollstuhlfahrer bequem gärtnern können. Die Schichtung und die Schichtdicke hängen davon ab, wie tief der eigentliche Pflanzbehälter auf den Tischbeinen ist (daher der Name Tischbeet): Bei manchen ist er gleichmäßig flach (wie ein sehr flacher Quader), bei anderen vertieft er sich auf einer Seite oder zur Mitte hin, so dass man zwar gut heranfahren kann, aber doch ein bisschen Schichtung von Grob (unten) nach Fein (die fertige Erde oben) vornehmen kann.

Hochbeete im Urban Gardening

Hochbeete sind auch ein wichtiges Element des Urban Gardenings - des neuen Gärtnerns in der Stadt. Der urbane Hobbygärtner muss oft auf Hochbeete aufweichen, weil der vorhandene Boden mit Schadstoffen belastet ist. Für den Anbau des Bio-Gemüses im Hochbeet schafft man daher Pflanzerde (z. B. torffreie Bio-Erde oder andere Erde, die den eigenen Nachhaltigkeitsansprüchen genügt) an und füllt diese in Hochbeetbehälter (wenn man nicht gleich im Erdesack anpflanzt - das geht nämlich auch).

Ein zweiter wichtiger Grund für die Verwendung von Hochbeeten im Urban Gardening ist die Mobilität: Oft sind die Flächen für Urban-Gardening-Projekte nur zeitlich befristet verfügbar und der urbane Gärtner muss mit seinen Beeten umziehen - weshalb für solche Zwecke eher kleine Hochbeetkonstruktionen oder umfunktionierte Kisten, Säcke, Tonnen etc. verwendet werden. Das Prinzip der Schichtung bleibt jedoch immer gleich: unten grobe, zerkleinerte Pflanzenabfälle, darüber grober Kompost, dann feinerer Kompost und ganz oben die Pflanzerde - natürlich nur, wenn das Hochbeet oder die Kiste tief genug sind - sonst verwendet man eben nur die Pflanzerde.

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Hochbeet-Bilder

Die Hochbeet-Bilder (oben) wurden in der alten und der neuen Kleingarten-Anlage der früheren "Versuchsanstalt für Gartenbau an der FH Weihenstephan", heute "Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstepan an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)", aufgenommen. Dort werden seit Jahren verschiedene Hochbeete getestet, so dass man vor Ort vergleichen kann, wie ein Hochbeet aus Kunststoff im Vergleich zu Hochbeeten aus anderen Materialien auf längere Sicht abschneidet.

Die Weihenstephaner Gärten sind unbedingt einen Besuch wert.

Sie wollen sich das Hochbeet anlegen lassen?

Erdarbeiten erfordern Kraft und ein Hochbeet zu entwerfen/bauen/aufzubauen braucht Zeit, etwas Geschick und nochmal Kraft und mehrere Hände. Man kann sich die Arbeit von einem Gärtner oder einem Garten- und Landschaftsbauer abnehmen lassen, siehe auch

-> Fachfirma finden

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